Justus-Liebig-University Giessen

Graduate Student, GCSC

Thesis Title: Theorizing a Roman Province. Eine archäologische Fallstudie über die römische Provinz Epirus

Prof. Dr. Anja Klöckner

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Meine Dissertation beschäftigt sich mit der römischen Provinz Epirus aus einer kulturtheoretischen Perspektive. Sie ist darauf ausgelegt, (Klassische) Archäologie als eine Kulturwissenschaft zu betreiben. Dadurch werden gewisse Methoden und Denkansätze für eine Studie über das römerzeitliche Griechenland herangezogen, während andere in der Archäologie populäre, beispielsweise bildwissenschaftliche Ansätze, weitgehend unberücksichtigt bleiben.
Um eine konstruktive Annäherung an vergangene Lebenswelten zu ermöglichen, gilt es in der Arbeit zunächst einige Termini zu definieren und dort, wo es nötig ist, zu relativieren. Im Sinne einer Zuweisung der Archäologie zu den Kulturwissenschaften, ist es absolut notwendig, die gängigen Kulturbegriffe einer 'römischen Kultur' oder von materiellen Hinterlassenschaften als Teilbereich der 'Materiellen Kultur' zu thematisieren. Ferner gilt es als Prämisse zum Umgang mit 'Materieller Kultur' diese in ein Konzept von 'Kultur als Kommunikation' einzubinden. Es wird herausgestellt, dass vor allem ein Verständnis von 'römischer Kultur' und damit verbundenen Kulturkontaktszenarien wie 'Romanisierung' oder 'Akkulturation' eine stark dispersive Nutzungshistorie haben. Daher erfolgt im Anschluss an die Definitionen die Entwicklung eines neuen Analysesystem für Materielle Hinterlassenschaften, das zum Ziel hat, durch Benennungen archäologischer Objekte festgesetzte Hierarchien und Wertigkeiten aufzubrechen, um eine unvorbelastetere Annäherung an vergangene Lebenswelten zu ermöglichen. Dieses Analysesystem basiert in erster Linie auf der Semiotik von Charles Sanders Peirce. Im Mittelpunkt der archäologisch-semiotischen Analyse stehen die Objekte. Dadurch wird der Blick weg von der Interpretation von Kulturkontaktszenarien durch Materielle Hinterlassenschaften, hin zu konkreten synchronen und diachronen Transformationen von Dingen und Landschaften (Biographien), von raumkonstituierenden und -konstituierten Riten und Praktiken sowie deren wechselseitigen Abhängigkeiten gerichtet. Im Sinne der zuvor erarbeiteten Einbindungs von 'Materieller Kultur als Kommunikation', rücken also die durch die Hinterlassenschaften zugreifbaren kommunikativen Akte der Handlungsindividuen vergangener Gesellschaften in den Mittelpunkt des Interesses. Eine Ansprache als 'römisch' oder 'griechisch' oder eine fiktiv konstruierte Identitätszuweisung wird dadurch überwunden.
Nach der Entwicklung des archäologisch-semiotischen Analysesystems wird dieses benutzt um eine Analyse einer festgelegten Auswahl der Materiellen Hinterlassenschaften der römischen Provinz Epirus durchzuführen. Diese erfolgt ausschließlich auf Publikationslage. Entsprechend dient das Analysesystem ferner dazu, die einzelnen archäologischen Projektpublikationen als Zeichen archäologischer Erkenntnisgewinnung zu definieren und nutzbar zu machen, also zu interpretieren. Im Anschluss daran werden verschiedene Interpretationsmuster der Materiellen Hinterlassenschaften von Epirus angeboten, um den epistemologischen Charakter des semiotischen Analysesystems aufzuzeigen und zu veranschaulichen, wie mit dessen Hilfe erweiterte Zugänge zu antiken Lebenswelten möglich sind.

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http://petrawodtke.cultdoc.uni-giessen.de/romanisierung

 

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